Immer wieder werden wir von Interessenten gefragt, ob der Hund eh nicht aus dem Ausland kommt oder ich erhalte die Anforderung, sie wollen nur einen Welpen, weil der hat keine psychischen Schäden, wie die erwachsenen Tierschutzhunde.

Ich hinterfrage diese Fragen bzw Aussagen und deren Begründung natürlich immer und erhalte dann meist folgende Aussagen: 

  • Auslandshunde sind meist krank 
  • Haben sie auch reinrassige Hunde
  • Erwachsene Tierschutzhunde kann man nicht zu Kindern nehmen
  • Welpen bauen eine stärkere Bindung auf als ein erwachsenes Tier

Ich muss vorab erwähnen, ich hatte mehr als Hundert Pflegehunde bei mir und weiß wovon ich spreche. Meine Erfahrungen sind sind ganz so subjektiv wie die einer Nachbarin, die einen Tierschutzhund hatte, die eine Bekannte die einen kranken Welpen, der aus dem Ausland kam hatte, die tausende Euro in Tierarztkosten investieren musste und der arme Wurm dann erst starb. Meist sind die lieben Bekannten dann auch nicht ganz so ehrlich und verschweigen gekonnt, dass sie ihren reinrassigen Labrador Welpen um 300€ supergünstig von einem „Züchter“ im Grenzgebiet geholt haben, aber dazu komm ich später noch. 

 

Fangen wir bei Punkt 1 an, Auslandshunde sind meist krank: 

Hierfür müssen wir uns alle mal im klaren sein, was bedeutet krank. Handelt es sich um Erbkrankheiten, Magen-Darmempfindlichkeiten, waren sie lediglich verwurmt, hatten einen kleinen Infekt, oder eben um die meist tödlichen durch Impfungen verhinderbaren Krankheiten wie Staupe oder Parvovirose. 

Diese Dinge werden meist ohne konkrete Angaben weitergegeben und dann heißt es, der Hund kam aus dem Ausland und war krank. Wenn man dann genauer Nachfragt kommt raus, der Hund mit den vielen Allergien und Erbkrankheiten war von einem „Züchter“ aus dem Ausland. Klar wenn ich anstatt bei einem österreichischen Züchter den Labrador um 1.500€ zu  kaufen, lieber nur 350€ in Ungarn, Slowakei, etc,. zahle, dann sagt mir doch der Hausverstand, dass diese nicht unter den gleichen Bedingungen züchten wie hier. Aber zuerst freut man sich, dass man ein Billigschnäppchen gemacht hat, erzählt es dann auch noch im ganzen Bekannten- und Freundeskreis weiter, wie süß der Hund ist und wie günstig und wenn er dann 10 Tage später todkrank ist, oder 3 Jahre später die Hüften und alles andere kaputt sind, heißt es dann nur noch, typisch Auslandshund. Dass diese Anschaffung und daraus resultierende Probleme hausgemacht sind, verdrängt man dann allzu gerne. Tierschutzhunde im Gegensatz sind ganz selten reinrassige Mischungen und gerade Straßenhunde haben meist unzählige Rassen in sich vereint. Aufgrund dessen und der Tatsache, dass aufgrund der natürlichen Selektion hier meist sowieso nur die gesündesten, stärksten überleben, kann man meist davon ausgehen, dass diese meist robuster und gesünder sind. Mal abgesehen von den Zähnen, die je länger ein Hund auf der Straße ist und Müll ist, oder angekettet wurde, die Zähne oft in Mitleidenschaft gezogen werden. Aber dies ist meist nach einer Zahnsanierung, die meist sowieso der Verein übernimmt, erledigt. 

Gehen wir weiter zu den ernsthaften Krankheiten. Wir Tierschutzvereine arbeiten ehrenamtlich und nicht auf Profit ausgerichtet. Vielleicht dämmert dem einen oder anderen bereits auf was ich hinaus will… also der ausländische „Züchter“, die Tierhandlung die ihren Welpen für Geld an jeden der älter 16 Jahre ist, verkauft, die Welpenmafiamenschen die jedem, der den entsprechenden Preis zahlt, den Hund nach Hause bringt oder sich irgendwo trifft, stehen gegenüber von non Profit Organisationen, zu denen und deren Pflegestellen ihr nach Hause kommt, den Hund dort besichtigen könnt und jederzeit wisst wo diese Tierschutzmenschen leben, die euch einen Hund vermitteln. Und jetzt ratet mal wer bemüht ist, dass deren Hunde aber sowas von gesund sind und bestrebt euch einen gesunden Hund zu vermitteln. Der den ihr nie wieder aufsuchen, persönlich anschnauzen könntet, wenn was ist, oder der der sich gekonnt dann tot stellt im Falle des Falles.  Ja genau, wir Tierschutzvereine. Jede gute Organisation wird sich hüten euch einen totkranken Hund zu vermitteln. Unsere Hunde sind immer geimpft, mehrmals entwurmt und entfloht und ich wage mal zu behaupten, dass 99% der Tierschutzorganisationen so arbeiten. Auch habe ich noch nie gehört, dass ein Hund einer Organisation an Staupe oder Parvo starb. Ja in vielen Tierkliniken im Grenzgebiet gibt es diese Fälle, aber auch hier waren es nicht anerkannte Tierschutzorganisationen sondern Vermehrer, Tierschmugglerhunde und Auslandszüchter. Keiner Tierschutzorganisation in Österreich würde einen nachweislich kranken Hund vermitteln.

Und nun kommen wir zum letzten Punkt der kleinen Infekte und Würmern etc; Ihr könnt uns glauben,  es macht uns keinen Spaß und es ist das peinlichste der Welt, wenn du lieben Menschen die zu dir Nachhause kommen, einen deiner Schützlinge, die du gerettet, gepflegt, zum Tierarzt gekarrt, die Entwurmungstabletten mit einem Würstel liebevoll rein gewürgt hast, zu diesen lieben Menschen ausziehen lässt, liebe Dankesworte, liebe Fotos bekommst und 3 Tage später dann eine böse SMS zu deinem 6 Uhr Morgenkaffee mit bösen Worten liest. Glaubt mir, da bleibt uns die Luft weg, der Hals schnürt sich zu, der Puls geht hoch. Man versucht raus zu lesen was los ist und hört dann oft, der Tierarzt hat gesagt das Tier ist illegal da, oder der kleine hat Durchfall und es muss jetzt ein Stuhl- Blut- Allestest gemacht werden und wir sollen das Bitte zahlen. 

Nicht schön, oder? Diese Menschen wissen wo man wohnt, diese Menschen haben einen Schutzvertrag mit deinem Namen. Also glaubt mir, das ist das letzte was man hören oder lesen möchte. So nun war aber genau dieser Hund 2 Tage vor Auszug beim Tierarzt, alles ok. Man erfreute sich jeden Tag an den harten „Würsterln“ und alles war noch gut 2 Tage vorher und man fragt sich was man eventuell übersehen hat. Man geht die Papiere, die Gesetzeslage nochmal durch und fragt sich wie der Tierarzt auf solche Anschuldigungen kommt. Das ist für uns immer ein riesen Desaster. So nach genauem Nachfragen, kommt dann raus, es war nur eine Halsentzündung, es war nur der Stress, im Kot wurde nichts gefunden, im worst case haben die Entwurmungen nicht alle Parasiten mitgenommen und man muss halt nochmal entwurmen bzw. im Falle von Giardien zb 2 mal 7 Tage Panacur geben. Wir zahlen Unmengen jedes Monat aus eigener Tasche und können einfach nicht Standardmäßig bei allen Hunden und Katzen Kottests machen. Wenn die Hunde bei uns 4 Wochen harten Stuhl hatten, ist dies auch nicht nötig. Weiters sind gerade Welpen wie Kindergartenkinder. Auch wenn sie komplett durchgeimpft sind, kann es im Zuge von Stress, einem neuen Bakteriellen- Virulogischen Umfeld, zu kleinen Halsentzündungen oder Husten oder Magen- Darminfekten kommen. Das hat weder was mit einer Impfung, noch mit „wir haben einen kranken Hund vermittelt“ zutun. Das kann sich jeder Hund, mit etwas Pech irgendwann mal einfangen. Weiters kanns auch passieren, dass der Hund halt genau in den ersten 2 Tagen im neuen Zuhause auf der Hundewiese, Straße was aufgeschnappt hat, und dann sich erneut mit Würmern, Giardien infiziert, das können wir nicht verhindern und im Nachhinein auch nicht mehr festellen, wann wo was er sich eingefangen hat. Auch hier wird dann aber trotzdem, obwohl einem dies mit jedem 1.500€ Zuchtwelpen auch hätte passieren können, auf den kranken Tierschutzhund verwiesen. Dass man für diesen aber sowieso nur zwischen 180- 220€ gezahlt hat wird dann gern verdrängt. Wir verlangen einen reinen Kostenersatz für die Behandlungen die unsere Tierschutzhunde bekamen, wenn hier etwas über bleibt kommt dies Beinbruch-, Beckenbruch, Katzen- und Hundekastrationen zu gute bzw Hunden die nie vermittelt werden können. 

Zum Glück gibt es aber eben auch ganz ganz viele liebe Adoptanten die in solchen Ausnahmefällen Verständnis haben und dies auch nachvollziehen können bzw einen guten Tierarzt haben, der das eben auch so sinnvoll erklärt und nicht gleich mal auf die Organisation oder die Herkunft schiebt. Ein Riesen Danke an dieser Stelle an diese lieben Tierärzte und Adoptanten! 

Das war jetzt etwas lang und ich hoffe ihr habt noch Luft für die anderen Punkte, Ansonsten nehmt euch einen Kaffee und weiter gehts 😉 

Punkt 2 Rassehunde 

Auch ich bzw meine Familie sind bezüglich des zweiten Punkts „Rassehunde“ nicht immer ganz immun gewesen. So habe ich selbst im Alter von 8 Jahren meinen ersten Cocker Spaniel bekommen. Bella. Ich sag euch, ich liebe sie noch immer und vermisse sie. Also Bella war eigentlich die Schwester von Cindy die mein Onkel bei einem Züchter, wobei billig ohne Papiere, holen fuhr. Bella war da noch als letzter Hund über und so fuhren meine Eltern auch hin und holten sie. Ich kann mich noch wie gestern erinnern, dass meine Eltern sich unterhielten über die Zustände dort. Es war ein Landwirt, heute sagt man landwirtschaftliche Zucht, oder gemeldete Hobbyzucht dazu, klingt gut war und ist es aber nicht. Also Bella und ihre Geschwister lebten in einem Schuppen, ohne Mama, da liefen auch noch zig andere Hunde umher und es war dreckig und die Hofhunde in einem furchtbaren Zustand. Aber ok, damals wie heute, sind die Käufer da nicht so, Hund ist nun in einem besseren Zuhause und was soll man da tun, ist halt ein Landwirt. Nun Bella wurde dann mit nur 5 Jahren blind. Wir waren verzweifelt, hätten nie damit gerechnet. Heute weiß ich natürlich, dass ein guter Züchter Gentests macht und die progressiven Retinaatrophie (PRA) getestet wird und Hunde mit diesem Gendefekt nicht weiter zur Zucht zugelassen sind. Gut Bella wurde dann trotz Blindheit, die sie nicht davon abhielt durch den Wald zu flitzen oder Ballis nachzujagen 12 Jahre, aber das Problem bleibt 30 Jahre später genau dasselbe. (Ups wer jetzt aufgepasst hat, weiß sogar wie alt ich schon bin.. ok aus, um das gehts nicht 😉 )

Hier kommen wir zum Thema es muss unbedingt ein Rassehund sein. Es gibt tausende Beiträge zum Thema Tierschutzhund versus Rassehund. Klar wir alle wissen es suchen Millionen Hunde ein Zuhause und es muss nicht sein dass man da noch aktiv züchtet, vor allem wenn man kurzfristig nach Farbe, Körperform, Fellbeschaffenheit und nicht nach der langfristigen Gesundheit züchtet. Dass hierbei massive Gesundheitsprobleme die Folge sind ist aber unumstritten. 

Jeder kennt die Atemwegsprobleme von kurzschnäuzigen Hunden wie Mops und Französische Bulldogge. (Ganz ganz oft werden genau diese Hunde bei uns angefragt). Studien haben weiters Zusammenhänge zwischen dem Gewicht und der Größe von Rassen mit bestimmten Störungen ergeben. Klar, dass nicht nur bekannte Rassen wie Schäfer, Retriever etc, die an Hüftdysplasien leiden, sondern prinzipiell sehr große Rassen häufiger Herz- und Gefäß – sowie Magen- und Darmerkrankungen und mehr Krankheiten die Haut und den Muskel-Skelett-Apparat betreffend leiden. Auch sind zB Hunde mit heraustretenden oder tief liegenden Augen besonders anfällig für Augenirritationen und -vereiterungen. Obwohl diese Störungen nicht besonders beeinträchtigend sind, sind sie aufgrund des sehr häufigen Auftretens in bestimmten Rassen von Bedeutung. Weiße Hunde und die -in den letzten Jahren sehr in Mode gekommenen- Hunde mit Merle-Faktor haben eine höhere Wahrscheinlichkeit taub zu sein und an bestimmten Augenerkrankungen zu leiden. Diese Verpaarungen sind in Deutschland verboten. Haarstreifen, der in entgegengesetzte Richtung wächst, wie beim Rhodesian Ridgback ist eigentlich eine milde Form der Spina bifida (offener Rücken), die ernsthafte Komplikationen bis hin zur Lähmung hervorrufen kann. Dies alles sind nur Beispiele, auch hier gibt es bereits Literatur ohne Ende.

So nun kommen wir zu unserer Bella zurück. Bellas Eltern lebten bei diesem Landwirt, haben sich vermehrt, die Welpen waren reinrassige Cocker Spanielwelpen, ohne Papiere, dafür billig, und wurden dann von lieben, jedoch ahnungslosen Menschen gekauft. Genauso passiert es 30 Jahre später noch. Alle Anzeigen die ihr aktuell in willhaben, Tieranzeigen, etc sehen könnt, die sich als behördlich gemeldete Hobbyzüchter angemeldet haben und legal ihre nicht getesteten, genetisch nicht kompatiblen aber reinrassigen Kitten und Welpen um günstiges Geld, weil ohne Papiere anbieten, bitte kauft denen kein Tier ab. Die haben keine Ahnung von einer echten Zucht und Genetik. Schaltet den Hausverstand ein und denkt darüber nach ob nicht doch ein ausgesetztes dankbares Tier den Platz bei euch mehr verdient hat, ob ihr einem profitorientierten Menschen auch noch Geld geben wollte, dass er ohne Ahnung Nachwuchs produziert. Wenn ihr es doch nicht lassen könnt dann aber bitte wundert euch nicht, wenn euer Schnäppchen, sich als teure Sparkasse entpuppt. Und bitte erzählt dann nicht auch noch, ihr habt euren Hund vom Züchter, oder gar Auslandstiere sind alle krank. 

 

Nächstes Vorurteil: Auslandshunde kann man nicht zu Kindern nehmen fasse ich mit Welpen bauen eine innigere Beziehung auf jetzt zusammen. 

Wieder einmal muss ich von uns „den Pfotenrettern“ und den vielen anderen guten Vereinen ausgehen. Also bei uns ist das so, wir leben Tierschutz. Das heißt, wir fahren selbst ins Ausland, bringen Spenden und kennen unsere Schützlinge die wir betreuen und vermitteln. Wir betreiben keinen Internettierschutz. Wir besuchen unsere Schützlinge, kennen sie und ja es gibt auch sehr sehr viele die wir niemals bei uns in Pflege nehmen würden, bzw vermitteln würden. Wir haben bereits den einen oder anderen Straßenhund selbst gerettet und ich bin auch schon Mitten in der Pampa Serbiens Kittens nachgelaufen und hab sie eingesammelt und in eine Tierklinik vor Ort gebracht. Ich kann euch sagen, es bricht mir jedesmal das Herz, wenn ich die Tiere dort sehe. Es ist leicht gegen Auslandstierschutz zu wettern, wenn man vor seinem PC sitzt, ein paar traurige Videos vielleicht sieht und mit dem Gedanken, ich kann denen eh nicht helfen, da sollen gefälligst die Organisationen kastrieren und die Menschen dort schulen, das Video wegdrücken und weiter fest posten, wie doof Auslandstierschutz und das reinkarren von Tieren ist. Diesen Menschen mag ich mal ganz klar und deutlich sagen, wie könnt ihr nur so herzlos sein??? Ich sehe 1 Mal im Monat dieses Leid. Mir schauen hunderte Hunde und Katzen in die Augen, springen an mir hoch und flehen mich an ihnen zu helfen. Ich soll nun ernsthaft, wenn ich einen Hund dort kenne, wo ich weiß, das ist der liebste, dankbarste Hund der Welt und mich Adoptanten anrufen, sie waren im Tierheim aber es gibt keinen passenden Hund, diesen Hund nun nicht hier vermitteln, obwohl ich genau weiß, das wäre ein Traumhund für diese Familie? Oder meine Tierschutzfreundin hat wieder mal eine Kiste mit Welpen vor die Tür gesetzt bekommen und Menschen fragen mich nach einen armen Tierschutzwelpen, weil im Tierheim keine Welpen sind und sie keinen Züchterhund wollen, nein aus Prinzip, weil die aus dem Ausland sind, sollen sie dort verrecken (und ja das tun sowieso 90% der Hundewelpen dort) und nicht ein paar Seelen retten. Sollen die Menschen hier auf einen Hund verzichten? Ist das Leben eines Hundes aus Ungarn, Serbien; Bulgarien weniger Wert? Sind die Menschen dort weniger wert? Wir sagen NEIN, sind sie nicht!!!!

Natürlich gibt es Straßenhunde, Shelterhunde die sind nicht für ein Leben hier geschaffen. Die würden sich nicht in eine Familie integrieren können. Diese Hunde sind wirklich arm, aber wären hier noch ärmer. Diese kastrieren wir und versorgen sie mit Futter. 

Nun gibt es aber auch unzählige wirklich liebe, verschmuste Hunde und Katzen, die sich gar nicht wohl auf der Straße oder im Tierheim fühlen. Es gibt Hunde die leben in der Nähe von Schulen, begleiten Kinder zur Schule und bekommen dafür ein Stück von ihrem Pausenbrot. Es gibt Welpen, die sich so narrisch freuen, wenn ein Mensch kommt und ihnen ein bissi Futter zuwirft, die alles tun würden um mitgenommen zu werden. Werden sie aber nie, weil es auf jeder Straßenecke Hunde und Katzen gibt die man einpacken kann. Noch dazu vertreten die Menschen meist die Philosophie, es ist halt Natur, wenn sie sterben. Meist sind die Leute gar nicht mal so ungut zu den Straßenhunden, werfen ihnen Brot zu und viele schauen gar nicht schlecht aus. Viele Hunde sind auch auf Bewohner registriert, wo dann die Animal Control (Tierfänger) wissen, dass dieser Hund versorgt wird und sollte er auffällig werden sich an diese Person wenden. Aggressive Straßenhunde werden natürlich sofort von den Bewohnern gemeldet, eingefangen und wenn sie Glück haben getötet, meist wirft man sie in ein Shelter (grausiges Tierheim) und wirft sie in einen Raum ohne Futter und Wasser und da lässt man sie sterben. Ihr schüttelt den Kopf? Nein, meint ihr. Doch leider ist so. Ich habe selbst einen meiner Straßenhunde dort in letztes Minute raus geholt, der lag neben toten anderen Hunden dort. Er hatte einen gebrochenen Fuß, sein Name ist Thomas, und Thomas war unser erster geretteter Hund. Thomas war ein Straßenhund, und schau selbst, wie es ihm jetzt geht.

Thomas ist einer von Tausenden. Und zwar 1 von Tausenden, der es in ein tolles Zuhause schafft. Tausend andere sterben an Hunger, im Straßenverkehr, von Menschenhand getötet, im Shelter. Ich höre dann immer von Menschen die dem Auslandstierschutz skeptisch gegenüber stehen, ja aber es macht ja viel mehr Sinn die Tiere dort zu kastrieren, zu versorgen, die Menschen aufzuklären. Und ich erkläre immer und immer wieder, ja das tun wir ja alle in erster Linie. Wir haben Tierschützer vor Ort die wir seit Jahren kennen und lieben, die aktiv aufklären. Aber ehrlich, könnt ihr euch vorstellen, wenn sogar bei uns die Landwirte und Bauern und unzählige Menschen gegen Kastration sind, weil die Katzen danach keine Mäuse mehr jagen, weil es Natur ist, weil wir die Hauskatzen mit Kastration ausrotten, wie schwer dieses Gespräch mit einem serbischen Bauern ist? Und für alle nochmal!!!! KATZEN JAGEN AUCH KASTRIERT NOCH MÄUSE, ES IST NICHT NATUR WENN KATZEN ELENDIGLICH ZU GRUNDE GEHEN (IST JA AUCH NICHT NATUR BEIM MENSCHEN) UND NEIN!! DIE HAUSKATZEN WERDEN NIE AUSSTERBEN, DASS WIRD NIE PASSIEREN!) 

Also ich kann von Hunderten Tierschutzhunden aus unzähligen supertollen Organisationen sagen, wenn kinderlieb steht sind sie es auch wirklich. Wir bieten ja auch Probewohnen an und haben keine Lust jeden 2ten Hund retour zu bekommen und sind bestrebt, dass unser Hund glücklich bei euch ist. Auch hier habe ich Milo, ein Bespiel von unzähligen.

Nun zu guter letzt zur Bindung. Fangen wir mit den Welpen an. Ein Welpe hat die stärkste Bindung zu seiner Mutter und danach zu seinen Geschwistern. Ich merke immer wieder, wenn Welpen zu mir kommen, dass die sich an den Rudelführer orientieren und mir zwar wenn wir raus gehen nachlaufen aber abrufbar eher schwierig. Erst im neuen Zuhause wird dann, wenn alle Geschwister weg sind, der Welpe eine Beziehung aufbauen. Klar bleibt ihm auch nichts anderes übrig, gibt ja sonst keinen anderen Hund mehr. Wenn man einen Zweithund hat wird sich der Welpe gerne an diesem orientieren, höchstens man hat enorm viel Erfahrung und arbeitet extrem viel mit dem Neuzugang. Aber riesen Problem und das ist dann auch der Grund warum so viele Tiere im Tierheim landen, ist eben die Fehlerziehung. Ja riesen Problem, da kann man ziemlich viel versauen.

Angemerkt dazu. Diese Hunde kommen dann meist ins Tierheim und wenn ein Mensch einen verhaltensunauffälligen Hund möchte, gibts kaum welche. Diese Hunde sind aber nicht von Tierschutzorganisationen, weil die haben in jedem Schutzvertrag drin stehen, dass der Hund zur Orga zurück muss und nicht in ein Tierheim abgegeben werden darf.

So nun habe ich die Menschen die einen Tierschutzwelpen möchten und das Wissen, dass das sehr viel Arbeit bedeutet (in echt und nicht Unterschätzt), diese Hunde werden auch zu 99% nicht im Tierheim landen. Auch in einer furchtbaren Notsituation sind diese Menschen bestrebt zumindest für ihren Schützling ein ebenso tolles Zuhause zu finden, wie sie selbst. Die Leben auch unsere Philosophie „Du bist ewig für das Verantwortlich was du dir vertraut gemacht hast – aus Der kleine Prinz“. Diesen Menschen gebe ich liebend gerne immer einen Welpen und weiß, das wird ein Traumhund. Menschen die aber zb selbst beide berufstätig sind, 2 kleine Kinder haben und eigentlich so schon voll eingespannt sind, empfehle ich einen kinderlieben, bereits erwachsenen stubenreinen Hund, der schon die meisten Regeln kennt. Gerade gerettete Tierschutzhunde sind sehr dankbar über ein liebevolles Zuhause und bei diesen Hunden muss man nicht das volle Erziehungsprogramm mehr fahren. Man darf ja nicht vergessen, viele ausgesetzte Hunde hatten bereits ein Zuhause, wurden nicht mal so schlecht behandelt und dann einfach, wenn kein Geld, keine Zeit, etc mehr da war, einfach auf die Straße geworfen. Achtung aber, egal welcher Hund, wie toll er ist, Arbeit ist es immer. Hier hatte ich schon unzählige Straßenhunde, mit denen ich am zweiten Tag ohne Leine gegangen bin, weil sie so Abrufbar an der Schleppleine waren und mir den ganzen Tag nicht von der Seite gewichen sind. Deshalb mein Resümee: Eine gute Organisation weiß, welcher Hund hier in einem Zuhause glücklich wird, und diese Hunde  bauen eine enorm starke Bindung auf. Ich persönlich muss auch sagen, nach 30 Jahren Erfahrung. Ich würde mir keinen Züchterhund, keinen Welpen mehr nehmen, nur noch einen Geretteten. Den kann ich kennenlernen, weiß ob mir der Charakter zusagt und habe einen Hund und kein charakterliches Überraschungspaket, wie bei einem Welpen. Bei allen Huldigungen auf Tierschutzorganisationen und Tierschutzhunden, muss ich auch ehrlich sein, es gibt ganz ganz selten Ausnahmen. Es gibt ab und an Hunde, die einen Umzugsschock erleiden. Diese Fälle sind wahnsinnig selten und glaubt uns, wenn sowas passiert sind wir selbst schockiert. Nur diese Hunde kommen dann auch nicht in die Vermittlung, sondern bleiben bei uns auf der Pflegestelle. Unsere liebe Elli ist leider so eine. Auch hier wird eine gute Organisation sollte ein Hund auf einmal ganz anders bei euch sein, als bei uns auf der Pflegestelle, oder wie in der Charakterbeschreibung ersichtlich, diesen Hund jederzeit unter Rückerstattung der Adoptionskosten zurücknehmen. Wir wollen dass alle glücklich sind. Unser Schützling, die lieben vertrauensvollen Adoptanten und deren Umfeld. 

 

Ich hoffe ich konnte euch manches nachvollziehbar näher bringen, aufklären und solltet ihr Zweifel gehabt haben eventuell mit dem einen oder anderen Gerücht aufräumen und vielleicht adoptiert ihr ja eine liebe arme Seele anstatt einen Vermehrer- oder Züchter- Rassehund.  Wenn nicht eventuell verurteilt ihr dann zumindest nicht jene die es vor haben 😉 

Danke 

LG Sonja